HNO

Hals, Nase, Ohren sind nicht nur das Betätigungsfeld des HNO-Arztes – sie bilden mit ihren Strukturen auch eine funktionelle Einheit. Hören, Riechen, Atmen scheinen auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Aufgaben, die doch eng zusammenhängen. So wirken sich Störungen im Bereich von Nase und Nasennebenhöhlen auch auf die Ohren aus oder können durch vermehrte Mundatmung zu gehäuften Racheninfektionen beitragen. Eine vergrößerte Rachenmandel – ein häufiges Problem im Kindesalter – kann die Belüftung des Mittelohres stören und damit zu gehäuften Mittelohrentzündungen führen.

Vor jedem operativen Eingriff muss daher genau geprüft werden, welche Störungen der eigentliche Auslöser des jeweils vorherrschenden Problems sind und welche Operation am erfolgversprechendsten ist. Ziel der Eingriffe ist die Wiederherstellung einer ausreichenden Belüftung in Mittelohr und in den Nasennebenhöhlen, das Abklingen von Entzündungen, eine Verbesserung des Hörvermögens und eine unbehinderte Nasenatmung, durch die die Atemluft angewärmt und gereinigt wird.

Manchmal können schon relativ kleine Eingriffe wie die Entfernung einer vergrößerten Rachenmandel oder ein kleiner Schnitt im Trommelfell die natürlichen Belüftungsverhältnisse und damit die Funktion wiederherstellen. Diese Eingriffe werden oft im Kindesalter vorgenommen, da bei den Kleinen die Belüftung des Mittelohres aufgrund der engen anatomischen Verhältnis besonders störanfällig ist. Ein Krankenhausaufenthalt ist für diese Eingriffe in der Regel nicht nötig.

Bei manchen Patienten sind aber auch kompliziertere Eingriffe wie eine komplette Sanierung chronisch entzündeter Nasennebenhöhlen oder eine Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette notwendig, um chronische Entzündungen in den Griff zu bekommen oder die Hörfähigkeit wieder zu verbessern. Solche Eingriffe gehören in die Hand eines erfahrenen Facharztes und werden nur im Einzelfall ambulant vorgenommen.

Nase und Ohren haben aber nicht nur eine wichtige Funktion als Sinnesorgane, sie prägen auch entscheidend unser Aussehen. Daher gehören auch schönheitschirurgische Eingriffe wie die Veränderung der Nasenform oder das Anlegen abstehender Ohren zum Repertoire des HNO-Arztes.

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 84, Ausgabe 2 – Mai 2017
Elektrochirurgie: Viele Chirurgen haben Wissenslücken, was Funktion und Risiken der Instrumente angeht
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zzz